
Immer für andere da? Warum du dich selbst dabei verlierst
Vielleicht kennst du diesen Satz:
„Mach ich schon.“
Du organisierst.
Du denkst mit.
Du kümmerst dich.
Du hältst vieles zusammen.
Und vielleicht funktioniert das lange sogar ziemlich gut.
Bis irgendwann eine Frage auftaucht:
Wo bin eigentlich ich geblieben?
Für Eilige
Sich selbst aus dem Blick zu verlieren passiert meistens nicht plötzlich.
Es geschieht oft ganz leise: Du übernimmst Verantwortung, möchtest niemanden enttäuschen, kümmerst dich um Familie, Beruf oder vielleicht inzwischen auch um deine eigenen Eltern.
Und die eigenen Bedürfnisse?
Die kommen später.
Bis dieses „später“ irgendwann Jahre dauert.
Der Weg zurück zu dir muss deshalb nicht mit einer radikalen Veränderung beginnen.
Manchmal beginnt er mit einer viel kleineren Frage:
„Was brauche ich gerade eigentlich?“
Mehr zum Thema findest du auf meiner Seite Innere Unruhe & Blockaden: Hier
Wenn „Ich mach das schon“ zum Muster wird
Für andere da zu sein ist etwas Wertvolles.
Problematisch wird es erst, wenn du selbst dabei immer wieder aus der Gleichung verschwindest.
Vielleicht kennst du das:
Du behältst Termine im Kopf.
Du weißt, was noch erledigt werden muss.
Du kümmerst dich.
Du springst ein.
Und wenn jemand fragt:
„Kannst du noch …?“
kommt die Antwort fast automatisch:
„Ja. Mach ich schon.“
Solche Muster entstehen häufig nicht durch eine einzige große Entscheidung.
Sie wachsen.
Stück für Stück.
Und irgendwann wird aus Hilfsbereitschaft eine Rolle:
Du bist diejenige, die funktioniert.
Die Geschichte von Maria
Genau darum geht es in meiner neuen Podcastfolge.
Maria ist 50.
Sie ist seit vielen Jahren verheiratet, hat ihre Kinder großgezogen, arbeitet und kümmert sich inzwischen zusätzlich um ihre Mutter.
Maria war lange diejenige, die wusste, was zu tun ist.
Diejenige, die organisierte.
Diejenige, auf die man sich verlassen konnte.
Bis sie eines Tages nach einem ganz gewöhnlichen Tag zuhause am Küchentisch sitzt.
Viele Menschen haben an diesem Tag etwas von ihr gebraucht.
Doch plötzlich fällt ihr auf:
Niemand hat mich gefragt, wie es mir geht.
Und dann kommt eine zweite Frage.
Eine viel wichtigere:
„Wann habe ich mich eigentlich das letzte Mal selbst gefragt, wie es mir geht?“
Ein Weg, der immer karger wird
In Marias Geschichte gibt es einen Weg.
Früher war er lebendiger.
Mit Wiesen, Blumen und Bäumen.
Im Laufe der Jahre wurde er immer praktischer.
Asphalt.
Parkplätze.
Kies.
Ordnung.
Pflegeleicht.
Und irgendwann fragt Maria sich:
„Wann ist eigentlich alles so praktisch geworden?“
Kurz danach folgt ein zweiter Gedanke:
„Wann bin eigentlich ich so praktisch geworden?“
Zuverlässig.
Belastbar.
Immer verfügbar.
Aber immer weniger verbunden mit dem, was sie selbst lebendig macht.
Manches verschwindet nicht, es wird nur bedeckt
Bei Maria steht seit vielen Jahren ein Klavier im Wohnzimmer.
Früher hat sie gerne gespielt.
Doch irgendwann kamen Kinder, Beruf, Termine und Verpflichtungen.
Es gab keinen Tag, an dem Maria bewusst beschlossen hatte:
„Ich höre jetzt auf, Klavier zu spielen.“
Es geschah einfach.
Immer weniger.
Immer später.
Irgendwann gar nicht mehr.
Das Klavier stand trotzdem die ganze Zeit nur wenige Meter entfernt.
Vielleicht ist das bei uns manchmal genauso.
Etwas, das einmal zu uns gehörte, ist nicht unbedingt verschwunden.
Es wurde nur von anderem überlagert.
Vielleicht haben deine Hände nicht vergessen
Eines Tages setzt Maria sich wieder an ihr Klavier.
Sie spielt keinen ganzen Song.
Nur einen Ton.
Dann noch einen.
Und plötzlich merkt sie:
Ihre Hände erinnern sich.
Das ist vielleicht eine der wichtigsten Botschaften dieser Geschichte:
Etwas in dir kann lange still gewesen sein, ohne verschwunden zu sein.
Vielleicht weiß ein Teil von dir noch immer, was dir Freude macht.
Was du brauchst.
Was dich lebendig macht.
Auch wenn du diesen Teil lange nicht gehört hast.
Veränderung muss nicht bedeuten, alles hinter sich zu lassen
Maria verlässt nicht ihre Familie.
Sie kündigt nicht ihren Job.
Sie dreht ihr Leben nicht innerhalb einer Woche komplett um.
Sie beginnt kleiner.
Einmal nicht sofort „Ja“ sagen.
Einen Nachmittag für sich behalten.
Eine Freundin wiedersehen.
Ein paar Minuten Klavier spielen.
Im Garten einen Stein entfernen und wieder etwas wachsen lassen.
Schritt für Schritt.
Und vielleicht ist genau das der Unterschied:
Maria hört nicht auf, für andere da zu sein.
Sie beginnt lediglich, auch wieder für sich selbst da zu sein.
Warum verliere ich mich selbst, obwohl ich nur für andere da sein möchte?
Weil solche Muster häufig über Jahre entstehen.
Verantwortung, Erwartungen, Gewohnheiten und der Wunsch, alles gut zu machen, können dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse immer weiter nach hinten rutschen.
Der erste Schritt zurück besteht deshalb nicht zwingend darin, sofort alles zu verändern.
Sondern zunächst darin, wieder wahrzunehmen:
Was fühle ich?
Was brauche ich?
Und was möchte ich heute vielleicht anders wählen?
Das ist der Weg von:
Fühlen → Erkennen → Wandeln.
Hör dir Marias Geschichte an
Spotify: Hier anhören
YouTube: Hier reinhören
Mehr zum Themenbereich Innere Unruhe & Blockaden: Hier ansehen
Und wenn du beim Lesen oder Zuhören merkst:
„Ich kenne diese Muster. Aber ich weiß noch nicht, wie ich sie verändern kann.“
dann lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen Erstgespräch ein. Zum Erstgespräch
Du musst nicht dein ganzes Leben verlassen, um wieder in deinem eigenen Leben anzukommen.
Fühlen. Erkennen. Wandeln.
Dein innerer Kompass. Dein Anker im Wandel.
FAQ-Fragen
Warum stelle ich meine eigenen Bedürfnisse immer hinten an?
Häufig entwickeln sich solche Muster über lange Zeit aus Verantwortung, Gewohnheit, Erwartungen oder dem Wunsch, niemanden zu enttäuschen. Der erste Schritt besteht darin, diese automatischen Muster überhaupt wahrzunehmen.
Wie finde ich wieder mehr zu mir selbst?
Nicht unbedingt durch eine große Veränderung. Oft helfen zunächst kleine bewusste Entscheidungen: Bedürfnisse wahrnehmen, Grenzen benennen, Zeit für sich einplanen und wieder Kontakt zu Dingen aufnehmen, die sich lebendig und stimmig anfühlen.
Muss ich mein ganzes Leben verändern?
Nein. Persönliche Veränderung kann auch innerhalb bestehender Beziehungen, Familie und Verantwortung stattfinden. Entscheidend ist, dass du dich selbst wieder mit einbeziehst.